Diagnose, Sanierung und mehr

Vorwort

Feuchte Wände in Kellern und dem Wohnbereich waren über Jahrtausende normal und mussten früher einfach akzeptiert werden. Bis zum Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts wurden Gebäude fast ausschließlich ohne Horizontalsperren gegen aufsteigende Feuchtigkeit erstellt. Vertikale Außenabdichtungen waren bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls selten anzutreffen. Trotz allen Fortschritts werden auch heute, beim Bau neuer Häuser, noch viele Fehler gemacht, die zu Feuchtigkeitsproblemen führen.

Es ist gleichgültig ob ein altes, vielleicht mehr als 400-jähriges Gebäude, saniert oder der Baupfusch an einem Neubau beseitigt werden soll. Wer Baukörper nachträglich abdichten will, muss zu-nächst verstehen, wie es zu den Problemen kommt, die er be-seitigen will. Dieses Handbuch wurde geschrieben, um gewerb-lichen Abdichtern und Planern von Abdichtungs-Maßnahmen die bauphysikalischen und konstruktionsbedingten Zusammenhänge von Feuchtigkeits-Problemen, in Kellern und Wohnräumen, leicht-verständlich zu erklären, sowie Fehler bei der Erkennung der Schadenursache und der Bearbeitung von Feuchteschäden zu vermeiden. Es soll aber auch zeigen, wie einfach viele und wie komplex manche Abdichtungsmaßnahmen sind, damit die anfal-lenden Kosten besser abgeschätzt werden können. Ich möchte mit diesem Buch mein Wissen und meine Erfahrungen oder zumindest einen großen Teil davon weitergeben, die ich im Laufe meiner fast 50-jährigen Arbeit bei der Entwicklung von Methoden und Pro-dukten, sowie bei der Erforschung der physikalischen Gesamt-funktion von Wänden und Feuchteschäden sowie auf Baustellen, gesammelt habe. Dabei habe ich stets besonderen Wert darauf gelegt, die Produkte und Methoden auf Baustellen, also bei ihrer praktischen Anwendung zu begleiten und ihre Wirkungen, even-tuelle Nebenwirkungen und die Anwendbarkeit in der „rauhen Praxis“ zu überprüfen. Nur auf diese Weise kann man Produkte und Methoden optimieren, Fehler und Nebenwirkungen ausmerzen und allmählich die Gesamtzusammenhänge verstehen.

Ich denke, auch der Leser wird bemerken, dass meine Erklärungen und Empfehlungen nicht irgendwelche theoretischen Betrach-tungen oder Zusammenstellungen fremder Quellen darstellen, sondern aus der eigenen Praxis kommen.

Hans-Jürgen Krein